Raumordnung Wasser

Grundwasser wird noch steigen

grundwasser-hgw100

Deutsch-Wagram ist nahe am Wasser gebaut. Schon in vergangenen Jahrhunderten berichteten Chronisten von Überschwemmungen im Alten Dorf. Der Rußbach wurde reguliert, doch das Grundwasser blieb. Die Höchststände in Deutsch-Wagram lagen im Jahr 1951 bei 156,6m und 1965 und 1967 bei 156,4m. Derzeit liegt es bei 155,7m. Also fast einen Meter unter dem HGW-100 Wert. Dieser HGW-100 Wert ist aber kein absolutes Maximum. D.h. es kann auch über diese Marke steigen.

Ist der Marchfeldkanal schuld?

Der Marchfeldkanal wurde gebaut um den Grundwasserstand im Marchfeld zu heben. Das geschah in der Zeit als der Grundwasserstand auf ein Tief abgesunken war. In den letzten 3 Jahren, die besonders niederschlagsreich waren, wurde jedoch kein Wasser aus dem Marchfeldkanal versickert. Damit scheidet der Marchfeldkanal als Verursacher aus. Das bestätigt auch eine Untersuchung des Landwirtschaftsministeriums vom 6. September 2010.

Was also tun?

Die rosa eingefärbten Gebiete in der Karte weisen jene Gebiete aus, in denen der Höchststand des Grundwassers von 1951 (HGW-100) unter 2 Metern unter Niveau liegt. D.h. in diesen Gebieten stehen Keller bei einem Grundwasserstand von 156,6 m (oder je nach Tiefe auch schon vorher) unter Wasser.

In Deutsch-Wagram betrifft das gewidmetes Bauland im gesamten alten Dorf, Im Viertel zwischen Nordbahn und Werkgasse, sowie die ganze Länge der Fabrikstrasse bis hin zur Robert-Blum-Strasse/Galileigasse. Die hellgelb eingefärbten Gebiete weisen jene Gebiete aus in denen der HGW-100 zwischen 2 und 4 Metern unter Niveau liegt. D.h. die Wahrscheinlichkeit eines Wasserproblems im Keller ist nicht sehr hoch, aber nicht ausgeschlossen. Im Bereich der Suttn zieht sich dieses Gebiet sogar über die Hausfeldstrasse bis in den Bereich Korngasse, also weit in das Siedlungsgebiet des Helmahofes.

Daraus ergeben sich für den Bauherren im Wesentlichen zwei Möglichkeiten entweder man verzichtet auch den Bau eines Kellers ganz, oder baut diesen in einer „dichten“ Ausführung. Zur Sanierung bereits bestehender Bauten bietet das Land Niederösterreich eine Förderung an. Großflächige Abpumpungen sind eine kostspielige und keineswegs nachhaltige Variante, denn Wasser hat die Eigenschaft nachzurinnen (mit einer Geschwindigkeit von 1-3 Metern pro Tag je nach Bodenbeschaffenheit).

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