Allgemein

Die verlorene Ehrennadel der Emilia A.

Für manche sind Ehrenzeichen ein wichtiges Ding – sogar solche Ehrenzeichen die unsere Stadt vergibt. Und wie das so ist, vergeben Politiker solche Ehrenzeichen mit Vorliebe an sich selbst. Und weil die Liebe zu Ehrenzeichen so groß ist bedarf es strikter Regeln, damit der eine nicht ein besseres als der andere bekommt. Jemand der 5 Jahre im Gemeinderat verbracht hat bekommt ein Ehrenzeichen, jemand der es auf 10 Jahre gebracht hat kann sich schon über eine Ehrennadel freuen und für besondere Umstände gibt es dann den Ehrenring, der nur noch von der Ehrenbürgerschaft geschlagen wird.

So kam es dass Emilia A. gemäß dieser Regeln für eine Ehrennadel vorgeschlagen wurde. Nun meinten aber einige Abgeordnete der Opposition die besonderen Umstände würden doch einen Ehrenring rechtfertigen und brachten einen diesbezüglichen Antrag ein. Soweit die Einleitung.

Nun kommen wir zur eigentlichen Geschichte:

Dieser Antrag stiess naturgemäß bei der Mehrheitspartei auf Missfallen. Normalerweise ignoriert unsere Mehrheitspartei Anträge der Opposition, stimmt sie einfach nieder und beschließt ihre eigenen. Nicht so in diesem Fall. Der Zeremonienmeister der Mehrheitspartei entfernte Emilia A. flugs aus seinem eigenen Antrag mit der Begründung es gäbe nun einen anderen Vorschlag. Dieser andere Vorschlag wurde aber natürlich von der Mehrheitspartei abgelehnt.

Damit stand die Emilia A. nun ganz ohne Ehrung da. Der Antragsteller war verblüfft und wollte nun zumindest einen Antrag auf eine Ehrennadel einbringen. Doch damit stieß er auf erbitterten Widerstand des Zeremonienmeisters, der es nicht durchgehen lassen wollte, dass sich jemand erdreistet hatte einen eigenen Antrag zu stellen. (Größe ist wahrlich nicht eine seiner Eigenschaften.) Und nach dem Motto, es gibt kein Argument das zu dumm sein kann, um es ins Gefecht zu werfen wies er den Antrag mit der Begründung zurück, dass dieser nur von einem Drittel der Abgeordneten eingebracht werden könne und in schriftlicher Form zu erfolgen hätte. Der Antragsteller war perplex, stand doch die Ehrennadel auf dem ursprünglichen Vorschlag den der Zeremonienmeister selbst einbringen hatte wollen und da auszugehen war, dass der Zeremonienmeister seinen eigenen Antrag doch wohl gemäß der von ihm selbst verteidigten Regeln verfasst hatte müsse es doch diese Unterschriften schon geben.

Doch der Zeremonienmeister quittierte das gerade einmal mit einem Achselzucken. Selbst das mit diesem Achselzucken einhergehen sollende „des is ma wurscht“ sparte er sich.

Die Moral von der Geschicht‘: Immer schön still sein. Keine eigenen Anträge stellen, sonst fällst Du bei der Ehrung durch. Das gilt natürlich nicht für uns denn !wir pfeifen auf derartige „Ehrungen“.

(Da es sich um den nichtöffentlichen Teil der Gemeinderatssitzung handelt, wurde der Name von der Redaktion geändert. Es geht auch nicht im mindesten um diese Person, sondern um die Mechanismen in unserer Mehrheitspartei)

%d Bloggern gefällt das: